In Nürnberg zweimal in den Punkten

Bis an die Mauer!

Lokalmatador Elia Erhart sammelte beim sechsten und siebten Saisonrennen auf dem Nürnberger Norisring mit Platz neun und zwölf weitere Meisterschaftspunkte.

Für Elia Erhart war das Rennwochenende auf dem Norisring in Nürnberg etwas ganz besonderes: Als Heimfahrer vom MotorSportClub Nürnberg drückten ihm sehr viele Partner, Freunde und Gäste direkt vor Ort die Daumen. Nach drei Jahren im ADAC Volkswagen Polo Cup fuhr der Mittelfranke in dieser Saison erstmals mit seinem roten Seat-Leon-Rennboliden über den anspruchsvollen Stadtkurs.

Am Freitag beim freien Training zeigte Elia Erhart gleich, dass er auf der 2,3 Kilometer langen Strecke auch im 300 PS starken Rennwagen des Seat Leon Supercopa schnell ist. Der 22-jährige belegte Platz sieben – mit nur einer Zehntelsekunde Rückstand auf den Ersten. Tags darauf machte er es im 30-minütigen Qualifying spannender. „Ich lag bis kurz vor Ende auf Platz 14“, schildert der Seat-Newcomer. „Es gelang mir nicht die neuen Reifen zu nutzen, da ich entweder keine freie Runde erwischt habe oder gelbe Flaggen gezeigt wurden.“ Seine allerletzte Möglichkeit nutzte er. Mit dem Fallen der Zielflagge verbesserte sich der Pilot vom ADAC Team Nordbayern auf Position sieben – seine Startposition für das Rennen am Nachmittag.

Bei hochsommerlichen Temperaturen startete Elia Erhart gut in das Rennen. „Der Start klappt jetzt immer besser“, erzählt er, der bei den vorangegangenen Läufen damit noch seine Schwierigkeiten hatte. „Allerdings war ich in der ersten Spitzkehre falsch platziert.“ Im Getümmel verlor er Positionen und wurde im ersten Umlauf auf Rang zehn zurückgereicht. Damit gab sich der fränkische Tourenwagenpilot allerdings nicht zufrieden. In der fünften Runde bremste Elia Erhart bei der Anfahrt zur ersten Kurve seinen Vordermann aus und lag nun auf Platz neun. Kurz darauf herrschte für sieben Runden Überholverbot, da eine Safety-Car-Phase aufgrund eines Unfalls das Starterfeld neutralisierte. Im Anschluss lieferte sich der Röttenbacher mit dem dreifachen Supercopa-Meister Thomas Marschall über zehn Runden ein tolles Duell. „Lange Zeit konnte ich ihn hinter mir halten“, freut sich Elia Erhart. „Als wir auf den Achtplatzierten aufschlossen, hat er dann eine Lücke zum Durchschlüpfen gefunden.“ Nach einem weiteren Unfall wurde das Rennen nach 26 Runden abgebrochen. Elia Erhart wurde als Neunter gewertet.

Die Voraussetzungen für das Sonntagsrennen änderten sich schlagartig, als ein heftiges Gewitter am Morgen die gesamte Strecke unter Wasser setzte. Eine Stunde vor Rennbeginn hörte es bereits auf zu regnen, nur der Fahrbahnbelag war noch entsprechend nass. „Die Frage für alle war, wie schnell die Piste abtrocknen würde“, erklärt Elia Erhart. Regen- oder Trockenabstimmung? Regenreifen oder Slicks? Der Lokalmatador entschied sich für ein komplettes Trockensetup mit profillosen Reifen. „Im Nachhinein leider die falsche Entscheidung“, gibt er zu. „In der ersten Rennhälfte konnte ich das Tempo mitgehen. Danach hatte ich Probleme meine Position zu halten.“ Nach 28 Runden überquerte der sympathische Seat-Rookie als Zwölfter die Ziellinie und holte damit noch einen Meisterschaftszähler. 

Elia Erhart gab sich nach dem Wochenende mit den Ergebnissen zufrieden: „In beiden Rennen habe ich jeweils Punkte geholt. In der kommenden zweiten Saisonhälfte möchte ich jetzt mehr davon.“ Weiter geht es vom 6. bis 8. August auf dem Nürburgring in der Eifel.

Fotos vom Saisonhöhepunkt in Nürnberg finden Sie in der Fotogalerie.